| Treffen im virtuellen Konferenzraum |
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Handelsblatt / Samstag, 6. März 2010
(175 Aufrufe) Der Markt für Video-Kommunikationsdienste befindet sich im Aufwind. Der technische Aufwand hält sich in Grenzen: Es reicht ein ans Internet angeschlossener Computer mit Webcam sowie ein Telefon. Ein weiteres Argument ist der Umweltschutz. Wenn es um moderne Kommunikationstechnik geht, sind die Kicker der deutschen Nationalelf ganz vorne dabei. Neuerdings bespricht das Team per Videokonferenz die Strategie. Die Telekom hat dafür dem Deutschen Fußball-Bund sechs Telepresence-Systeme von Cisco spendiert. Die Marketingaktion flankiert das Unternehmen mit einem neuen Preismodell für Geschäftskunden. Sie zahlen nun pro Teilnehmer einmalig ab 99 Cent für den Webservice plus Telefonkonferenzkosten. „Statt einer minutenbasierten Verrechnung wird nur die tatsächliche Nutzung gezahlt, und es gibt keine Vertragsbindung“, sagt Peter Schamel, Leiter Mehrwertlösungen der Deutschen Telekom. Der Markt für Video-Kommunikationsdienste befindet sich im Aufwind. Laut der Studie „World Visual Communication Managed Services Market“ von Frost & Sullivan aus dem November 2009 wird der Umsatz zwischen 2008 und 2015 von 83 Mio. auf 938 Mio. Dollar steigen – eine durchschnittliche jährliche Steigerung von 40 Prozent. Die Marktforscher von Forrester erwarten, dass Webkonferenzen in der Unternehmenskommunikation ähnlich wichtig werden wie E-Mails oder Telefonate. Der technische Aufwand hält sich in Grenzen: Es reicht ein ans Internet angeschlossener Computer mit Webcam sowie ein Telefon. Für Firmen ist das attraktiv, denn so können sie die Kosten für Geschäftsreisen sparen. Ein weiteres Argument ist der Umweltschutz. Der World Wide Fund for Nature etwa lobt die Technik als guten Weg im Kampf gegen den Klimawandel. „Wer Reisekosten, Zeit und CO2 sparen will, trifft sich am besten in Webkonferenzen oder im virtuellen Klassenraum“, sagt Karl-Ulrich Schweizer, Chef des Anbieters Netucate Systems. Seine Rechnung: Wenn 15 Manager je 100 Kilometer zu einem Treffen fahren, entstehen 420 Kilogramm CO2. „Ein Baum muss 70 Tage lang arbeiten, um den CO2-Ausstoß dieser Konferenz zu kompensieren“, sagt Schweizer. Zu den Anbietern von Onlinekonferenzen zählen die Branchengrößen Microsoft, Cisco und Hewlett-Packard. Europäischer Marktführer aber ist nach eigenen Angaben die Karlsruher Firma Netviewer. Sie setzt darauf, dass sich Nutzer via Web in Echtzeit gegenseitig auf den Bildschirm schauen können. Dabei können sie Texte, Kalkulationen oder Grafiken gemeinsam bearbeiten. Auf der Cebit stellt das Unternehmen die neue Version der Software Netviewer Meet vor sowie eine Lösung für Mac-Computer. Auf der Messe auftreten wird auch SAP. Der Softwarekonzern hat mit der Hochschule Reutlingen einen High-Tech-Sitzungsraum inklusive Beamer für Videokonferenzen entwickelt. In die Wände sind zwölf 42-Zoll-Monitore eingebaut, in der Mitte ist ein großes digitales Whiteboard. Das Ziel: Die Teilnehmer sollen stets alle wichtigen Daten vor Augen haben. |
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