Versicherer waren schon immer auf die Analyse von Daten angewiesen, um für ihre Kunden zukunftsfähige Angebote entwickeln zu können. Mit der zunehmenden Nutzung von IoT-Geräten stehen enorme Mengen an Sensordaten in Echtzeit zur Verfügung. Für das Jahr 2020 wurde der Bestand an Smart-Home-Komponenten auf 23 Millionen geschätzt – dies umfasst Wearables genauso wie Smart-Home-Geräte oder Connected Cars.

Darin liegt eine große Chance für die Versicherer selbst, aber auch für deren Kunden. Die Frage, die sich jedoch stellt: Wie gelingt es den Versicherern diesen Datenschatz auszuschöpfen, dass sie Prozesse und Risikoanalysen anpassen und gleichzeitig ihren Kunden innovative, personalisierte Produkte und Serviceleistungen anbieten können?

Mehrwert aus IoT-Daten schöpfen – Risiken exakt kalkulieren, Schaden schnell abwickeln
Die Analyse von Sensordaten birgt großes Potenzial für Versicherer. Die Datenströme aus vernetzten Systemen, bilden – in Kombination mit den Versicherungsdaten – für Versicherer die Grundlage für eine individuelle Risikomodellierung und damit für eine optimierte Prämienkalkulation.

Gerade im Schadenmanagement lassen sich dank dieser Daten Prozesse optimieren. Der Versicherungsnehmer erwartet Transparenz und eine schnelle Regulierung. Schadenregulierer suchen nach nahtlosen Workflows und benötigen zuverlässige Daten zur korrekten Schadenabwicklung. Hier bieten die Sensordaten große Vorteile für beide Seiten.

Die Technologie ermöglicht eine automatisierte erste Schadenmeldung und entlastet so den Versicherungsnehmer. KI und maschinelles Lernen liefern dem Schadenregulierer Erkenntnisse aus den Daten in Echtzeit. Dies erlaubt eine fundierte Schadenbewertung oder sogar eine vollständig automatisierte Abwicklung von Schadenfällen und damit eine deutlich kürzere Bearbeitungsdauer. Versicherer erhöhen so ihre betriebliche Effizienz und die Kundenzufriedenheit.

Neue Versicherungsangebote und zuverlässige Schadenprävention
Beispielsweise Player der Gig Economy oder Selbstständige, mit jeweils sehr kurzfristigen und wechselnden Kundenbeziehungen, haben äußerst spezifische und sich ändernde Anforderungen an ihre Versicherungspolicen. Aber auch für Privatpersonen können sich individualisierte Angebote lohnen, wie vergangenes Jahr durch den massenhaften Wechsel ins Homeoffice deutlich wurde.

Für zahlreiche Versicherte wirkte sich die COVID-19-Pandemie beispielsweise auf die Häufigkeit ihrer Fahrzeugnutzung aus und eine Anpassung der Kfz-Versicherung bot sich ihnen an. Es gibt bereits zahlreiche Beispiele für personalisierte und nutzungsbasierte Versicherungsangebote (Usage Based Insurance, UBI), die durch die Analyse von IoT-Daten erst möglich sind.

So setzen immer mehr Kfz-Versicherer, wie beispielsweise das deutsche Start-up FRIDAY, auf Sensordaten, um ihren Kunden individuelle Prämienmodelle anbieten zu können, sogenannte „Pay as you drive“-Angebote. Diese Telematiktarife basieren darauf, dass Fahrdaten mittels GPS aufgezeichnet werden.

Der persönliche Fahrstil, wie Geschwindigkeit und Bremsverhalten, wird bewertet und bestimmt die Höhe der Prämie – vorausschauendes Fahren wird belohnt. Der Versicherungsnehmer kann seine Prämie so aktiv mitgestalten.

Eine große Rolle spielen Sensordaten auch im wachsenden Smart-Home-Segment, das durch die Pandemie nochmals einen kräftigen Schub erhalten hat. Bis 2025 wird der Umsatz für Smart-Home-Technologien in Deutschland auf rund 9,6 Millionen Euro steigen. Der Wunsch nach mehr Komfort und Sicherheit sind laut einer Bitkom-Studie zu Smart Home dabei die Haupttreiber für das Interesse von Verbrauchern an den Geräten.

Das große Marktpotenzial von Smart-Home-Technik sowie der Imagegewinn für Versicherer, die innovative Lösungen anbieten, haben dazu geführt, dass aktuell bereits viele Versicherungsunternehmen spezielle Smart-Home-Policen anbieten und mit Geräteanbietern kooperieren. Einige Versicherer übernehmen sogar die Installation der Geräte.

Der Fokus der Versicherer liegt dabei auf Komponenten zur multimedialen Konversation, zur Sicherheit (Kameras, Bewegungsmelder etc.) und zur Energieeinsparung wie Smart Meter.

Bei der Vermeidung von Schadenfällen durch Smart-Home-Geräte spielt neben dem Einbruchschutz auch die Prävention von Schäden durch Wasser oder Feuer eine wichtige Rolle. IoT-Geräte sind mehr als schicke Gadgets, sie können im Ernstfall Leben retten.

Herausforderungen für Versicherer: Kundenvorbehalte ausräumen und leistungsfähige Datenanalyse etablieren
Die größte Hürde für Versicherer, die für ihre Angebote Daten aus vernetzen Systemen nutzen, sind Vorbehalte der Kunden. Laut der Bitkom-Studie zu Smart Home machen sich 62 Prozent der Befragten Sorgen um Datenschutz und -sicherheit. Aber auch die Versicherer selbst stoßen auf Misstrauen – vor allem, wenn sie beim Kunden Hardware installieren.

Für eine erfolgreiche Vermarktung von Smart-Home-Policen ist es unerlässlich, die Verwendung der IoT-Daten absolut transparent zu handhaben. Auf Kundenseite gibt es ebenfalls Schwachstellen. Die korrekte Installation und Handhabung von Smart-Home-Systemen können nicht garantiert werden.

Die Versicherer stehen ihrerseits vor der Aufgabe, ihre IT-Infrastruktur im Hinblick auf Rechenkapazitäten und erforderliche Schnittstellen an die zusätzlichen Datenströme anzupassen. Da IoT-Daten eine wichtige Grundlage für Abrechnungs- und Deckungsentscheidungen bilden, müssen sie genau und zuverlässig sein.

Mit leistungsfähigen Daten-Plattformen, die in das Kernsystem integriert sind, können Versicherer durch die Analyse interner und externer Daten versteckte Potenziale aufdecken, neue Risiken verstehen und neue Produkte entwickeln. Es entsteht ein besseres Verständnis der Kundenanforderungen und Wünsche von Versicherungsnehmern lassen sich durch prädiktive Analysen antizipieren. So können Versicherer dank datengestützter Entscheidungen profitabel wachsen.

Die Zukunft ist smart
Bisher lässt der Marktdurchbruch für neue digitale Versicherungslösungen noch auf sich warten. Telematiktarife konnten sich nicht etablieren, werden aber in Zukunft durch den standardmäßigen Einbau von Sensortechnik in Autos mehr Verbreitung finden. Im Smart-Home-Sektor liegt eine große Herausforderung aktuell darin, dass es für IoT-Geräte noch keine klaren Standards gibt.

Versicherer können daher das Potenzial der Sensordaten für ihr Geschäft noch nicht voll ausschöpfen. Doch offene Gerätestandards sind in der Entwicklung. Die Verbindung aus Versicherung und Sensortechnologie ist auf jeden Fall ein Erfolgsmodell für die Zukunft – für Versicherer, deren Kunden und die Gerätehersteller gleichermaßen.

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