Cloud-Studie: Zweite Welle steht bevor

Die Cloud steht weltweit vor der zweiten Einführungswelle in Unternehmen, wie eine von Cisco veröffentlichte Studie zeigt. Die Unternehmen fokussieren dabei nicht nur auf Effizienz und Kostenreduktion, sondern sehen die Cloud als Plattform zur Unterstützung von Innovation, Wachstum und digitaler Transformation.

Im traditionell Cloud-kritischen Deutschland erwarten immerhin 47 Prozent der Unternehmen signifikante Umsatz-steigerungen durch die Cloud. Gleichzeitig haben 40 Prozent noch gar keine Cloud-Strategie.

Dies sind die Ergebnisse des IDC-InfoBriefs im Auftrag von Cisco mit dem Titel „Besser aufgestellt: Geschäftliche Vorteile durch verstärkte Cloud-Einführung“. Der InfoBrief basiert auf einer Marktstudie mit Führungskräften aus 3.643 Unternehmen in 17 Ländern, die für IT-Entscheidungen verantwortlich sind.

Für Deutschland wurden die Antworten von 200 Teilnehmern ausgewertet, die Cloud Computing aktiv für verschiedene Workloads nutzen. 65 Prozent davon waren Führungskräfte auf Vorstandsebene, 28 Prozent IT-Leiter und acht Prozent Fachbereichsleiter. Sie repräsentierten alle Unternehmensgrößen.

„In unseren Gesprächen mit Kunden hören wir immer wieder, dass sie vor allem Private und Hybrid Clouds einsetzen möchten, aufgrund der erwarteten höheren Sicherheit, Performance, Kontrolle und dem besseren Datenschutz“, sagt Nick Earle, Senior Vice President Global Cloud and Managed Services Sales bei Cisco. „Dies bestätigt die aktuelle Studie, wonach 45 Prozent der deutschen Unternehmen Private Clouds und nur 38 Prozent Public Clouds nutzen oder einführen.“

Die Studien-Ergebnisse für Deutschland
Derzeit besitzen in Deutschland aber nur 21 Prozent der Unternehmen eine Cloud-Strategie auf hohem Niveau. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld:
•    34 Prozent: USA
•    29 Prozent: Lateinamerika
•    27 Prozent: Großbritannien
•    22 Prozent: Frankreich
•    21 Prozent: Deutschland
•    19 Prozent: Australien  
•    19 Prozent: Kanada
•    18 Prozent: Südkorea
•    17 Prozent: Niederlande
•    9 Prozent: Japan

Durch die stärkere Cloud-Nutzung erwarten die deutschen Unternehmen vor allem:
•    eine verbesserte Strategie bei der Verteilung des IT-Budgets (51 %)
•    mehr Umsatz (47 %)
•    optimierte Einhaltung von Service Level Agreements (SLAs) (26 %)

In Deutschland verwenden zwei Drittel der Cloud-nutzenden Unternehmen eine Form der Hybrid Cloud. Knapp die Hälfte setzt hier auf Workload-Portabilität zwischen Public und Private Cloud, etwas mehr als die Hälfte auf eine Mischung aus Public Cloud, Private Cloud und dedizierter Infrastruktur.

Bei der Hybrid Cloud erwarten Unternehmen vor allem, dass sich die Workloads automatisch zwischen den Providern in Bezug auf Ort, Richtlinien und Governance migrieren lassen (57 %). 46 Prozent haben Sicherheitsbedenken bei der Nutzung von Public Clouds und 31 Prozent nutzen portable Workloads mit automatischem Lastenausgleich zwischen Public und Private Clouds.

In Kombination mit vergangenen Studien hat IDC ermittelt, dass jede Cloud-basierte Applikation durchschnittlich zu einem zusätzlichen Umsatz von 1,4 Millionen Euro führt, größtenteils durch verbesserte Innovationen sowie durch das Internet der Dinge.

Gleichzeitig führt sie zu Kosteneinsparungen von 1,1 Millionen Euro. Dies liegt an verbesserter Agilität (49 %), höherer Mitarbeiter-Produktivität (28 %), Risikovermeidung (9 %), geringeren Infrastrukturkosten (8 %) und Vorteile durch Open Source (5 %).