Laut den Ergebnissen des jährlichen Global Cloud Storage Index von Wasabi setzen immer mehr Unternehmen auf Hybrid-Cloud Modelle – 40 Prozent der Unternehmen in Europa verfolgen demnach eine Mischung aus Public-Cloud- und On-Premise-Lösungen. In der Studie wurden 1.600 IT-Entscheider weltweit, davon 125 in Deutschland, zu ihren Kaufentscheidungen für Cloud-Speicher, ihren Budgets und Kosten sowie den Herausforderungen befragt.
Unerwartete Gebühren strapazieren IT-Budgets
Cloud-Speichergebühren machen weiterhin 47 % der Cloud-Ausgaben aus, während der restliche Anteil (etwa 53 %) auf die eigentliche Speicherkapazität entfällt. Unter den deutschen Unternehmen haben hier im vergangenen Jahr 35 % ihre Budgets leicht und 31 % massiv überschritten.
Mit ihren damit insgesamt 66 % sind deutsche Unternehmen weltweit Spitzenreiter in Budgetüberschreitungen, gefolgt von Frankreich (53 %) und Großbritannien (51 %). Die Hauptursachen für die Mehrkosten sind Diskrepanzen zwischen geplanter und tatsächlicher Nutzung in Kombination mit Gebühren für verschiedene Datenvorgänge wie die Datenreplikation und Objekt-Tagging.
Für 35 % der deutschen Unternehmen sind Egress-Kosten nach wie vor einer der größten Posten bei den Cloud-Speichergebühren. Laut dreiviertel der Unternehmen haben diese Gebühren nicht nur die Budgets belastet, sondern auch IT- und Geschäftsinitiativen direkt behindert (76 %).
„Wettbewerbsfeindliche Praktiken wie hohe Egress-Kosten und komplexe Preismodelle benachteiligen Unternehmen, die ihre Daten nutzen oder transferieren möchten. Das bremst letztlich die Innovation aus, denn Daten sind der Schlüssel, um das volle Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Hier muss sich der Cloud-Markt ändern“, erklärt Kevin Dunn, Vice President und General Manager EMEA bei Wasabi.
„Unternehmen sollten frei auf ihre Daten zugreifen können und diese nutzen, ohne sich um versteckte Kosten oder Einschränkungen bei der Datenmobilität sorgen zu müssen. Unsere Daten zeigen dabei, dass viele Unternehmen mittlerweile ihren Ansatz überdenken und eine ausgewogene Mischung aus Cloud- und On-Premises-Lösungen wählen.“
Bei der Wahl eines Cloud-Storage-Anbieters priorisieren Organisationen Leistung und Skalierbarkeit
Was die Einführung von IT-Dienstleistungen betrifft, verfolgen 34 % eine „Cloud-first“-Strategie. Damit ist gemeint, dass die Implementierung von Cloud-basierten IT-Dienstleistungen Vorrang vor jeder Alternative hat, die eine eigene oder lokale IT-Infrastruktur erfordert. In Europa ist der Anteil der „Cloud-first“-Organisationen höher als der weltweite Durchschnitt von 29 % – und damit der höchste aller Regionen.
Deutschland ist im Vergleich jedoch recht konservativ: Während 36 % der deutschen Unternehmen auf eine Kombination aus On-Premise- und Cloud-Lösungen setzt, verfolgt fast die Hälfte einen traditionellen On-Premises-Ansatz (45 %) und nur 19 % einen „Cloud-first“-Ansatz.
Britische und niederländische Unternehmen bewegen sich dagegen mehr in Richtung Cloud und verzeichnen mit jeweils 41 % die höchste „Cloud-first“-Rate unter allen Ländern. Interessant ist, dass die meisten deutschen Organisationen (76 %) Public-Cloud-Objektspeicher erst während der Pandemie (ab 2020) eingeführt haben und sie somit höchstens seit fünf Jahren nutzen.
Bei der Wahl eines Cloud-Storage-Anbieters stehen für die Befragten in der EMEA-Region Leistung und Skalierbarkeit (35 %), nativer Datenschutz, Sicherheit und Compliance (34 %) sowie Nachhaltigkeit (31 %) an erster Stelle. Darüber hinaus ist die Datensouveränität auch ein entscheidendes Kriterium: 21 % der Befragten ordnen dies unter den drei wichtigsten Punkten ein.
In Deutschland ist dieser Wert sogar noch höher: Hier räumen 29 % der IT-Entscheider der Datensouveränität bei der Cloud-Speicherung Priorität ein – was unter anderem auf strenge DSGVO-Vorschriften, Bedenken hinsichtlich des US Cloud Acts und Initiativen wie GAIA-X zur Stärkung der allgemeinen digitalen Souveränität zurückzuführen sein dürfte.
Methodik
Wasabi hat das unabhängige Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne beauftragt, eine Studie über Cloud-Speicher durchzuführen. Dabei wurden 1.600 IT-Entscheidungsträger befragt, die in ihren Unternehmen mit dem Kauf von Cloud-Technologien zu tun haben, 125 davon in Deutschland.
Die Umfrage fand im November und Dezember 2024 in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus verschiedenen Branchen statt. Alle Interviews wurden nach einem strengen, mehrstufigen Auswahlverfahren durchgeführt, um sicherzustellen, dass nur geeignete Kandidaten die Möglichkeit zur Teilnahme erhielten.