Der Ingenieurberuf ist seit jeher das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – er treibt Innovationen, Exporte und die weltweite Spitzenstellung der Industrie voran. Doch inzwischen steht das Land vor einem wachsenden Dilemma: Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Laufbahn im Ingenieurwesen, obwohl der Bedarf an Fachkräften in der industriellen Fertigung und Robotik stark steigt.
Arbeits- und Fachkräftemangel stellen in vielen EU-Staaten eine große Herausforderung dar – besonders in der verarbeitenden Industrie. Laut Prognosen wird sich knapp 40 % des derzeitigen Kompetenzprofils von Arbeitskräften zwischen 2025 und 2030 verändern oder obsolet werden. VMG Technics reagiert: Im Mai beginnt das Unternehmen mit der Ausbildung der ersten Nachwuchstalente.
Robotik als zentrale Innovationstechnologie kann Teil der Lösung sein, wie auch der „Competitiveness Compass“ der Europäischen Kommission zeigt. Der globale Marktwert für industrielle Roboterinstallationen liegt mittlerweile bei 14,8 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Laut dem internationalen Robotikverband IFR liegt die Roboterdichte in der EU bei 219 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte, mit Deutschland, Schweden, Dänemark und Slowenien unter den Top Ten weltweit.
Laut Mindaugas Gudelis, Projektleiter für Ausbildung und Entwicklung bei VMG Technics liegt der Fachkräftemangel auch daran, dass sich immer weniger junge Menschen für technische Berufe wie Ingenieurwesen entscheiden. Gleichzeitig wächst der Druck auf produzierende Unternehmen, Innovationen schneller zu übernehmen.
„In Branchen wie Lebensmittelproduktion, Landwirtschaft, Bergbau oder Chemie steigt die Nachfrage nach Robotik ständig“, erklärt Gudelis. „Viele Unternehmen haben nicht genug Personal und setzen deshalb auf Automatisierung. Wer seine Produktion nicht modernisiert, riskiert, vom Markt verdrängt zu werden. Deshalb überleben nur die anpassungsfähigsten Firmen. Gleichzeitig müssen wir junge Menschen für Tech-Berufe wie Robotik begeistern und ausbilden.“
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat VMG Technics kürzlich einen neuen F&E-Park in der litauischen Hafenstadt Klaipėda eröffnet. Auf 21.000 Quadratmetern fördert der Park die Zusammenarbeit mit lokalen Bildungsinstitutionen und hilft dabei, eine neue Generation von Fachkräften auszubilden.
Ab Mai sammeln die ersten Teilnehmer hier praktische Erfahrungen – von der ersten Idee bis zur technologischen Umsetzung. Das industrielle Innovationslabor ist mit Cobots, Greifarmen und anderen Hightech-Anlagen ausgestattet. Diese stammen aus Partnerschaften mit ABB sowie dem japanischen Automatisierungsunternehmen SMC Corporation.
„Hier entstehen Produkte, die es bisher noch nicht gab“, sagt Gudelis. „Wir investieren gezielt Zeit und Ressourcen in Experimente und Entwicklungen – das zieht junge Talente an und hilft uns, unser Know-how weiterzugeben.“
Mit einem Investment von 30 Millionen Euro vereint VMG Technics den gesamten Entwicklungsprozess unter einem Dach – von der Idee bis zur fertigen Technologie in Bereichen wie Robotik, Automatisierung, KI und mehr. Diese integrierte Herangehensweise ermöglicht es lokalen Ingenieurteams, die Anforderungen internationaler Kunden in Skandinavien, den USA, Japan, Australien und darüber hinaus zu erfüllen.
Der neue Lern- und Entwicklungsstandort fungiert gleichzeitig als Testlabor für Kunden von VMG Technics, die ihre Produktionsprozesse automatisieren und dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken möchten. Ursprünglich aus der Holzverarbeitung kommend, erweitert das Unternehmen sein Leistungsspektrum kontinuierlich – etwa mit Verpackungslösungen, KI-gestützten Visionssystemen oder vorgefertigten Produktionslinien für die Industrie von morgen.