Digitale Souveränität ist längst kein reines Schlagwort mehr: In vielen Unternehmen geht es inzwischen sehr konkret um die Frage, wie sich Abhängigkeiten in der IT reduzieren lassen und wie sich der eigene Umsetzungsstand gegenüber Behörden, Kunden sowie Partnern belastbar belegen lässt. SUSE hat dazu ein webbasiertes Selbstbewertungs-Tool vorgestellt, das den Status quo entlang der acht Ziele des Cloud Sovereignty Frameworks der EU einordnet.
Die webbasierte Lösung unterstützt Unternehmen dabei, Lücken in ihrer digitalen Strategie zu identifizieren. Sie bewertet IT-Infrastrukturen anhand des EU-Rahmenwerks für digitale Souveränität (Stand: Oktober 2025) und richtet sich an Organisationen, die ihren Umsetzungsstand überprüfen möchten.
Laut Forrester werden digitale Souveränität und KI-Souveränität die Nachfrage nach Private-Cloud-Lösungen deutlich erhöhen. Für 2026 rechnet Forrester mit einer Verdopplung des Wachstums gegenüber dem Vorjahr. Mit der Einführung des Cloud Sovereignty Frameworks der EU droht Organisationen ohne nachweisbare digitale Souveränität der Ausschluss von bestimmten Vertragsvergaben.
Das Selbstbewertungs-Tool unterstützt diesen Prozess, indem es einen objektiven „Sovereignty Effective Assurance Levels“-Score (SEAL) bereitstellt. Dieser misst den Umsetzungsgrad der digitalen Souveränität entlang der acht Ziele des Rahmenwerks. So ersetzt das Tool einen bislang manuellen und ressourcenintensiven Ansatz durch eine automatisierte Auswertung mit Ergebnissen in rund 20 Minuten.
„Viele Organisationen stehen beim Thema digitale Souveränität vor einem Black-Box-Problem, das erhebliche, oft verborgene Risiken mit sich bringt. Zwischen den regulatorischen Vorgaben und den technischen Maßnahmen, mit denen sich identifizierte Schwachstellen in der Infrastruktur beheben lassen, besteht häufig eine erhebliche Lücke“, sagt Andreas Prins, Head of Global Sovereign Solutions bei SUSE.
„Ohne eine klare Bewertung der digitalen Souveränität können IT-Verantwortliche jedoch den notwendigen Budgetbedarf für entsprechende Initiativen kaum begründen. Das Cloud-Sovereignty-Selbstbewertungs-Tool liefert genau diese Bewertung und zeigt eine Roadmap auf, wie sich die Lücke mithilfe der Lösungen von SUSE und unserem europäischen Partnerökosystem schließen lässt.“
Zu den zentralen Funktionen zählen:
- SEAL-Benchmark: Das Tool ordnet Organisationen einem von fünf „Sovereignty Effective Assurance Levels“ (SEAL 0–4) zu. Dadurch entsteht eine einheitliche Grundlage für die Bewertung und Diskussion von Risiken. Ein Beispiel für eine Bewertung könnte wie folgt lauten: „Aktuell erreichen wir SEAL-1, für Aufträge im öffentlichen Sektor ist jedoch SEAL-3 erforderlich.“
- Gewichtete Risikoanalyse: Nicht alle identifizierten Lücken sind gleich kritisch. Das Tool bewertet acht Souveränitätsziele (SOVs) unterschiedlich gewichtet und priorisiert dabei insbesondere Lieferkettenaspekte (20 %) sowie die operative Autonomie (15 %). So wird transparent, wo die größten Schwachstellen liegen.
- Datenschutzorientierter Ansatz: Anders als bei klassischen SaaS-Lösungen verfolgt das Tool einen konsequent datenschutzfreundlichen Ansatz. Die Ergebnisse werden ausschließlich im Browser der Nutzer gespeichert, was insbesondere für sicherheitssensible Organisationen die Nutzung ohne Risiko eines Datenabflusses ermöglicht.
- Strukturierte Roadmap: Das Tool überführt das abstrakte Thema digitale Souveränität in einen konkreten Maßnahmenplan, der als PDF heruntergeladen werden kann.