Der 2026 Digital Trust Index von Thales ist eine der bislang umfassendsten weltweiten Studien zum Thema digitales Vertrauen. Für die Untersuchung wurden mehr als 15.000 Verbraucher, Geschäftspartner und IT-Entscheidungsträger aus 13 Branchen befragt. Sie verdeutlicht, dass digitales Vertrauen bereits bei der Registrierung, beim Login und während des gesamten Lifecycles der Verarbeitung personenbezogener Daten gewonnen oder verloren wird.
Für Verbraucher beginnt digitales Vertrauen oft bereits beim Login
Eine Mehrheit von 57 % gab im vergangenen Jahr an, mit Problemen beim Zugriff auf eine Website konfrontiert worden zu sein. Mehr als zwei Drittel (68 %) haben aufgrund langer Ladezeiten oder komplizierter Anmeldeprozesse die Website verlassen oder den Anbieter gewechselt. Wenn der Zugriff zu langsam oder kompliziert erscheint, wechseln 33 % zu einem Mitbewerber oder brechen den Versuch ab. 36 % schieben ihre Interaktion auf oder suchen nach alternativen Kanälen.
Verbraucher verlangen keine Geschwindigkeit auf Kosten der Sicherheit
Fast die Hälfte (45 %) geben an, dass sie strengere Sicherheitsprüfungen bevorzugen, auch wenn die Anmeldung dadurch länger dauert. 22 % bevorzugen einen schnelleren Zugriff mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen. Hohe Sicherheitsmaßnahmen tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen: 69 % sagen, dass die MFA diesen Eindruck bestätigt. 68 % bevorzugen Passkeys. Lediglich 16 % verstehen allerdings genau, wie Unternehmen ihre personenbezogenen Daten erheben und nutzen.
Die KI-Einführung übertrifft das Vertrauen
Während Unternehmen den Einsatz generativer KI vorantreiben, geben 93 % der IT-Führungskräfte an, dass sie bereits KI-Initiativen nutzen, umsetzen oder planen. Das Vertrauen der Verbraucher hält jedoch nicht Schritt mit dieser Entwicklung: Nur 23 % vertrauen darauf, dass Unternehmen KI verantwortungsbewusst im Umgang mit ihren Daten einsetzen. Eine Mehrheit von 77 % hat weiterhin Bedenken, dass KI-Agenten online in ihrem Namen handeln.
Vertrauenslücke vergrößert sich, während der Bankensektor die Nase vorn hat
Der 2026 Digital Trust Index 2026 zeigt, dass sich die Kluft zwischen den Branchen mit dem höchsten Vertrauen und den übrigen Sektoren deutlich vergrößert. Der Bankensektor sticht mit 57 % (gegenüber 44 % im Jahr 2025) als eindeutig vertrauenswürdigste Branche hervor. Sie ist damit die einzige Branche, in der mehr als zwei von fünf Verbrauchern kein Problem damit haben, persönliche Daten online weiterzugeben.
Die meisten anderen Branchen leiden weiterhin unter einem Vertrauensdefizit
Die Diskrepanz zwischen dem, was Unternehmen glauben zu leisten, und dem, was Nutzer tatsächlich erleben, führt zu Migration zur Konkurrenz, zeitaufwändigen Umgehungslösungen und erhöhten Risiken. Abgesehen vom klaren Vorsprung des Bankensektors liegen die übrigen Branchen in Bezug auf das Verbrauchervertrauen weit zurück. An zweiter Stelle stehen staatliche Dienstleistungen mit 40 %, gefolgt vom Gesundheitswesen mit 35 %.
Jenseits dieser Spitzenbranchen sinkt das Vertrauen schnell
Das Versicherungs- (23 %) und Bildungswesen (15 %) bilden eine weit abgeschlagene zweite Gruppe. Verbraucherorientierte Branchen schneiden deutlich schlechter ab, darunter der Einzelhandel (10 %), soziale Medien (9 %), Unterhaltung (7 %) und das Gastgewerbe (6 %), während Nachrichtenmedien (5 %), Logistik (4 %) und die Automobilbranche (3 %) das Schlusslicht bilden.
Insgesamt schenken Verbraucher den Branchen, die für die Verwaltung sensibler personenbezogener Daten und grundlegender Dienstleistungen zuständig sind, das größte Online-Vertrauen. Unterhaltungs-, Medien- und Plattformunternehmen sind mit geringerem Vertrauen konfrontiert.
Reibungsverluste verursachen Verzögerungen und Risiken für Partner
Für Nutzer von Geschäftspartnern wirkt sich die Zuverlässigkeit des Zugriffs direkt auf die Projektabwicklung und den Umsatz aus. Die Einbindung verläuft nach wie vor uneinheitlich, da nur 22 % sofort Anmeldedaten erhalten und lediglich 30 % beim ersten Zugriff volle Berechtigungen erhalten. Dies führt zu Verzögerungen, die sich auf Vertriebszyklen und Kundenverpflichtungen auswirken.
Wenn offizielle Prozesse hinterherhinken, entstehen riskante Workarounds. Die Mehrheit (66 %) gibt zu, Zugangsdaten weiterzugeben oder auszuleihen, oft aufgrund langsamer Bereitstellung, was versteckte Sicherheitslücken und ein erhöhtes Risiko für Sicherheitsverletzungen schafft.
IT-Führungskräfte erkennen das Risiko, haben aber Schwierigkeiten die Lücke zu schließen
Der 2026 Digital Trust Index zeigt, dass IT-Führungskräfte die Bedeutung moderner Authentifizierung erkennen. 87 % sagen, dass das Anbieten von Passkeys wichtig ist, doch nur 49 % tun dies derzeit. Diese Lücke stellt sowohl ein Risiko als auch eine Chance dar, da Verbraucher stärkere, nahtlose Sicherheit erwarten.
Zugangsgestaltung als Geschäftsstrategie
Die Ergebnisse des 2026 Digital Trust Index zeigen, dass Identitäts- und Zugriffsmanagement wirtschaftliche Hebel sind und keine Backoffice-Funktionen. Das Vertrauen steigt, wenn Authentifizierung und Berechtigungen zuverlässig, anpassungsfähig und klar erklärt sind.
Sind sie langsam oder undurchsichtig, steigt die Abwanderung, die Weitergabe von Zugangsdaten nimmt zu und es entstehen Umsatzverluste. Unternehmen, die ihre Authentifizierung modernisieren, unnötige Datenerfassung einschränken, Transparenz bei Berechtigungen schaffen und KI transparent einsetzen, werden in einer zunehmend digitalen und KI-getriebenen Wirtschaft am besten bestehen.
Methodik
Die Studie wurde von Vanson Bourne im Januar und Februar 2026 durchgeführt. Dabei wurden 14.300 Verbraucher, 1.300 Partnernutzer und 200 IT-Entscheidungsträger in den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südafrika, Singapur, Japan und Australien befragt.