Mit rund 49.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört der Landkreis Lüchow Dannenberg zu den kleineren Gebietskörperschaften in Niedersachsen. Seit Juli 2023 setzt dort die Stabsstelle Digitalisierung den kommunalen Gebärdensprach Avatar von alangu ein, um zentrale Verwaltungsinhalte auch für gehörlose und höreingeschränkte Menschen zugänglich zu machen.

Die Lösung fügt sich dabei nahtlos in die bestehende Web Infrastruktur ein, lässt sich ohne technisches Vorwissen bedienen und wurde in kürzester Zeit zu einem wichtigen Bestandteil der digitalen Servicequalität des Landkreises.

Ein wachsendes Digitalisierungs-Team mit breitem Aufgabenfeld
Sabrina Donner übernahm 2023 die Leitung der Stabsstelle Digitalisierung, die sich innerhalb kurzer Zeit von einem Zweier-Team zu einer siebenköpfigen Einheit entwickelt hat. Die Aufgaben reichen von EDV Koordination für das Baudezernat über Dokumentenmanagement und Prozessoptimierung bis hin zur digitalen Barrierefreiheit, Virtual Reality Projekten sowie die Anforderungen rund um das Online-Zugangsgesetz (OZG).

Eine so breite Palette an Verantwortlichkeiten erfordert pragmatische und leicht integrierbare Lösungen – insbesondere in einem Landkreis, der räumlich groß, aber personell eher schmal aufgestellt ist.

Vor der Einführung des Avatars verfügte die Kreisverwaltung über keinerlei Möglichkeit, Inhalte in Gebärdensprache zu vermitteln. Dolmetscherinnen und Dolmetscher standen nur sehr begrenzt zur Verfügung, und für einen kontinuierlichen Zugang zu Verwaltungsinformationen reichte diese Ressource bei weitem nicht aus.

Der Weg zu alangu begann mit einer Fachinformation und einem ersten Vorführungstermin, der direkt überzeugte. „Besonders ansprechend war die unkomplizierte Nutzung über ein modulares Baukastensystem, das es ermöglicht, geeignete Gebärdensprachinhalte ohne technische Hürden auszuwählen, zu personalisieren und sofort in die eigene Website einzubinden,“ erläutert Sabrina Donner.

„Die Integration erfolgt über ein simples URL Snippet, das unmittelbar im Content Management System platzierbar ist.“ Zusätzliche Software oder Installationen auf den Servern des Landkreises waren nicht erforderlich.

Große Vorteil: Blitzschnelle und einfache Umsetzung
Zwischen der Entscheidung und dem Moment, in dem die ersten Inhalte online erschienen, lagen gerade einmal zwei Tage. Die Verwaltung musste lediglich die Namen der zuständigen Mitarbeitenden übermitteln und erhielt danach direkt den Zugang zur Plattform.

„Seitdem ist der Avatar fest auf der Website des Landkreises verankert und wurde dort sogar mit einem eigenen Bereich sichtbar gemacht. Über einen deutlich erkennbaren Button lässt sich das Angebot leicht finden, und auch das kommunale Serviceportal wurde so umgestaltet, dass Bürgerinnen und Bürger Verwaltungsleistungen sowohl in Textform als auch in Gebärdensprache nachvollziehen können,“ führt Donner weiter aus.

Die Stabsstelle bemüht sich, die Inhalte möglichst aktuell zu halten und arbeitet deshalb eng mit den Fachdiensten zusammen, um geeignete Bausteine auszuwählen oder Fachthemen wie soziale Hilfen, Eingliederungshilfe oder grundlegende Verwaltungsinformationen digital zugänglich zu machen. Die Aktualisierung neuer Inhalte gelingt ohne Schulungsaufwand: Sobald alangu neue Module bereitstellt, prüft der Landkreis deren Relevanz und ergänzt sie gegebenenfalls umgehend.

Rundum positiv fällt auch die Nutzungserfahrung aus. „Technisch läuft der Avatar bemerkenswert stabil, und Störungen sind selten.“ Sabrina Donner erinnert sich an lediglich wenige Fehlermeldungen innerhalb mehrerer Jahre – ein Wert, der für ein relativ junges Produkt außergewöhnlich niedrig ist. Als besonders hilfreich empfindet die Kreisverwaltung die Zusammenarbeit mit alangu, die stark dialogorientiert und professionell geprägt ist.

Rückmeldungen erfolgen schnell, kompetent und auf Augenhöhe. Vorschläge aus der kommunalen Praxis werden ernst genommen und fließen häufig in die Weiterentwicklung der Plattform ein. Diese kooperative Arbeitsweise trägt zu einer hohen Zufriedenheit und zu einer großen Akzeptanz in der Kreisverwaltung bei.

Große Akzeptanz sowohl bei den Mitarbeitenden als auch bei der Bevölkerung
Auch extern stößt die Lösung auf breite Zustimmung. Bürgerinnen und Bürger sowie interkommunale Partner reagieren durchweg positiv auf das innovative Angebot. Viele Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verwaltungen zeigen sich beeindruckt von der Einfachheit der Integration und der hohen Qualität der Gebärdendarstellung.

Dass der Avatar nach wie vor eine der wenigen Lösungen im deutschen Markt ist, die kommunale Inhalte so granular und personalisiert wiedergeben kann, macht ihn zusätzlich zu einem Leuchtturmprojekt.

Besonders geschätzt wird die Möglichkeit, spezifische Begriffe und Strukturen – etwa den Namen der eigenen Gemeinde und der Kommune, die besondere Organisationsstruktur oder die zuständigen Behörden, die ja in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich sind – in Gebärdensprache abzubilden und so ein individuell passendes Informationsangebot zu schaffen.

Zudem bietet alangu saisonale Zusatzvideos an, mit denen etwa Weihnachts oder Ostergrüße an die Bevölkerung kommuniziert werden können. Diese kleinen, persönlichen Elemente – wie etwa der Avatar mit Weihnachtsmütze – tragen zur Nahbarkeit und Bürgerfreundlichkeit bei, die im digitalen Raum oft schwer herzustellen ist. Der Avatar wird so nicht nur zu einem Werkzeug für Barrierefreiheit, sondern auch zu einem Instrument für zeitgemäße Kommunikation.

Die Zukunftsvision, die alangu gemeinsam mit dem Landkreis verfolgt, ist ambitioniert: eine Echtzeit-Übersetzung aller Website-Inhalte in Gebärdensprache, die ohne vorproduzierte Bausteine auskommt und die gesamte Verwaltungskommunikation unmittelbar barrierefrei machen könnte.

Donner weiß, dass dies technisch anspruchsvoll ist, insbesondere weil Gebärdensprache stark von Mimik und Gestik lebt und daher eine besonders präzise Darstellung benötigt. Dennoch sieht sie darin das große Ziel, auf das beide Seiten hinarbeiten – eine Form der digitalen Inklusion, die komplett intuitiv und ohne Verzögerung funktioniert.

Fazit: Ein kleiner Landkreis mit großer Wirkung
Für den Landkreis Lüchow Dannenberg hat sich der Einsatz des Gebärdensprach Avatars bereits jetzt als wichtiger Schritt erwiesen, um eine moderne, zugängliche und zugleich bürgerfreundliche Verwaltung zu gestalten. Die Lösung ist leicht bedienbar, schnell integriert, technisch stabil und fachlich flexibel genug, um trotz knapper Ressourcen ein kontinuierlich wachsendes inklusives Angebot bereitzustellen.

Für Sabrina Donner ist der Wert der Lösung schnell zusammengefasst: Der Avatar läuft zuverlässig im Hintergrund, ohne große Aufmerksamkeit zu erfordern – genau das macht ihn so wertvoll für eine Verwaltung, deren Aufgaben stetig wachsen, während die verfügbaren Ressourcen knapp bleiben.

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