Eine neue globale Studie von Economist Impact im Auftrag von Kinaxis zeigt, dass europäische Unternehmen KI deutlich schneller in ihre Lieferketten integrieren als andere Regionen. Auch deutsche Unternehmen setzen KI bereits in einem breiten Spektrum operativer Funktionen ein – von Predictive Analytics über Monitoring bis hin zu Entscheidungsunterstützung.

So haben 93 % der deutschen Befragten KI bereits in ihre Prognoseprozesse integriert, 90 % nutzen KI in der Echtzeit-Entscheidungsunterstützung und 82 % setzen KI zur Überwachung von Lieferanten und Risiken ein.

Die Daten verdeutlichen: KI ist in deutschen Lieferketten längst nicht mehr nur Experimentierfeld, sondern bereits fester Bestandteil der operativen Steuerung. Gleichzeitig zeigt die Studie deutlich, dass viele Unternehmen trotz hoher Implementierungsraten vor operativen Hürden stehen, insbesondere bei Datenqualität, Systemintegration und der Fähigkeit, Entscheidungen in Echtzeit zu automatisieren.

Während in Nordamerika nur 57 % der Unternehmen KI aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Belastungen beschleunigt einführen, berichten europäische Unternehmen deutlich häufiger von einem gesteigerten Tempo. Deutschland folgt diesem Trend mit bereits sehr hohen Implementierungsraten über zentrale Lieferkettenfunktionen hinweg.

Die deutsche Stichprobe besteht zudem zu 80 % aus nicht-C-Level-Führungskräften und spiegelt damit vor allem Perspektiven aus operativen Bereichen wider, die besonders nah an der praktischen Umsetzung von KI arbeiten.

Kluft zwischen Ambition und Umsetzung
Weltweit experimentieren 97 % der Unternehmen mit KI, doch nur 20 % können heute Entscheidungen tatsächlich in Echtzeit treffen. In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild. Unternehmen sehen große Vorteile: 92 % erwarten bessere Prognosen, 91 % bessere Szenarioplanung und 86 % mehr Transparenz. Allerdings zählen 50 % die Integration in bestehende Systeme, 45 % Budgetrestriktionen und 37 % den Fachkräftemangel zu den größten Hemmnissen.

„Die Daten zeigen deutlich, wie weit Ambition und tatsächliche Vorbereitung auseinanderliegen“, erklärt Oliver Sawbridge, Senior Manager, Trade and Geopolitics bei Economist Impact. „Unternehmen setzen KI ein, um geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen, doch vielen fehlen noch die Systeme, Daten und Strategien, die notwendig sind, um Entscheidungen wirklich in Echtzeit treffen zu können. Resilienz hängt deshalb genauso sehr von Vorbereitung ab wie von Innovation.“

Grundlagen schaffen ist unumgänglich
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass agentische KI zwar als Zukunftsthema gesehen wird, jedoch erst am Anfang steht: Nur zwölf % der deutschen Unternehmen erwarten in den kommenden Jahren einen moderaten oder hohen Einfluss auf ihre Lieferketten, während 87 % den derzeitigen Effekt als gering einschätzen.

Der Fokus liegt deshalb aktuell auf der Schaffung robuster Grundlagen – wie verlässliche Daten, interoperable Systeme und klare Governance – um KI künftig sicher, skalierbar und kontextsensitiv einsetzen zu können.

„Lieferkettenengpässe sind heute kein zyklisches Phänomen mehr, sondern ein strukturelles. Künstliche Intelligenz ist entscheidend, um die eigene Anpassungsfähigkeit zu stärken“, erklärt Fab Brasca, Senior Vice President, Market Strategy and Product Management bei Kinaxis.

„In einer Welt ständiger geopolitischer und wirtschaftlicher Turbulenzen können es sich Unternehmen nicht leisten, isoliert zu experimentieren oder kurzfristigen Trends zu folgen. Entscheidend ist, Intelligenz über die gesamte Organisation hinweg zu orchestrieren und Daten in kontinuierliche Entscheidungen zu übersetzen. So lässt sich Volatilität in einen echten Vorteil verwandeln.“

Über die Studie
Die Untersuchung basiert auf einer globalen Befragung von mehr als 800 Führungskräften aus Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik. Dazu zählen 100 Teilnehmende aus Deutschland. Economist Impact führte die Studie unabhängig durch, unterstützt von Kinaxis.

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