Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz geht in deutschen Unternehmen häufiger mit Beschäftigungswachstum als mit Stellenabbau einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue globale Studie von Snowflake, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Omdia veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden 2.050 Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft und Technologie in zehn Ländern befragt, davon rund 150 aus Deutschland.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt differenzierter ausfallen, als es die öffentliche Debatte häufig nahelegt.

Im internationalen Vergleich gaben die Befragten in Deutschland dabei am häufigsten an, dass der Einsatz von KI mit Beschäftigungswachstum verbunden ist. 58 % der deutschen Befragten sagen, dass KI in den vergangenen zwölf Monaten neue Rollen in ihren Unternehmen geschaffen hat. Weltweit liegt dieser Wert bei 42 %.

Zugleich berichten 9 %, dass KI Rollen abgebaut hat. Bei 23 % wurden sowohl neue Stellen geschaffen als auch andere reduziert. Insgesamt berichten damit 81 % der Unternehmen von Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit KI, während 32 % angeben, dass Rollen oder Stellen abgebaut wurden.

Das Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit KI ist dabei nicht ausschließlich auf neu entstandene KI-spezifische Rollen zurückzuführen. Es spiegelt auch breiteres Wachstum in anderen Unternehmensbereichen wider, etwa im IT-Betrieb, in der Softwareentwicklung oder in der Cybersicherheit.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass KI Rollen eher verändert, als Beschäftigte schlicht zu ersetzen. Gleichzeitig steigt in vielen Unternehmen der Bedarf an Kompetenzen rund um Daten, Automatisierung und den operativen Einsatz von KI.

Deutsche Unternehmen treiben den KI-Einsatz voran
Die Studie von Snowflake zeigt außerdem, dass deutsche Unternehmen gut aufgestellt sind, um den Einsatz von KI weiter auszubauen. Bei der Hälfte der Befragten in Deutschland wird generative KI bereits in mehreren Anwendungsfeldern genutzt (50 %), was weltweit auf etwa jedes dritte Unternehmen zutrifft (38 %).

Auch die Einführung sogenannter agentischer KI – also Systeme, die komplexe Aufgaben weitgehend autonom ausführen können – gewinnt an Dynamik. Rund zwei Drittel der Befragten in Deutschland (69 %) geben an, dass ihre Organisationen agentische KI bereits eingeführt haben oder dies innerhalb der kommenden zwölf Monate planen. Im globalen Durchschnitt sind es 57 %.

Außerdem nennen deutsche Unternehmen seltener Hürden bei der Einführung von KI als andere Länder. Auf die Frage nach Herausforderungen beim Training und Management von KI-Modellen nannten Befragte in Deutschland seltener Probleme wie mangelnde Datenqualität (36 % vs. 50 % weltweit), begrenzte Datendiversität (32 % vs. 40 %), Einschränkungen durch sensible Daten (39 % vs. 50 %) oder zeitaufwändiges Datenmanagement (32 % vs. 43 %).

Das spricht dafür, dass viele deutsche Unternehmen auf den Einsatz fortgeschrittener KI-Systeme besser vorbereitet sind, da ihre Datenlandschaften vergleichsweise gut aufgestellt sind.

„In Europa treiben viele Unternehmen den Einsatz von KI gerade deutlich voran und müssen dabei zugleich Vorgaben wie den EU AI Act im Blick behalten“, sagt Dayne Turbitt, Senior Vice President für EMEA bei Snowflake.

„Der größte ROI entsteht heute aber nicht mehr durch einzelne Experimente. Entscheidend ist vielmehr, KI in zentrale Geschäftsprozesse zu integrieren und zugleich Datenbereitschaft und Governance so auszubauen, dass regionale Compliance-Vorgaben erfüllt werden.“

„Die Arbeitswelt in EMEA wird künftig von Unternehmen geprägt, die ihre KI-Ambitionen mit einer vertrauenswürdigen, regelkonformen Infrastruktur sowie den richtigen Fähigkeiten verbinden und daraus einen echten Wettbewerbsvorteil machen.“

KI-Investitionen zahlen sich aus
Je stärker KI den Schritt aus der Experimentierphase in den produktiven Einsatz macht, desto häufiger erkennen Unternehmen einen messbaren geschäftlichen Nutzen. Deutsche Unternehmen berichten, dass sie für jeden in KI investierten Dollar rund 1,47 Dollar zurückerhalten. Das entspricht einer Rendite von 47 %.

Unter den frühen Anwendern in Deutschland geben 97 % an, einen positiven Return on Investment zu erzielen. Gleichzeitig planen Unternehmen, im kommenden Jahr knapp ein Viertel ihrer Technologie-Budgets für KI vorzusehen (23 %). Der wichtigste Grund für die Einführung von KI bleibt die Steigerung der operativen Effizienz mit 57 %, danach folgen Innovation mit 42 % und eine bessere Kundenerfahrung mit 38 %.

„Die Daten zeigen klar, dass KI schon heute messbaren Mehrwert liefert. Damit sich dieser Erfolg auch skalieren lässt, brauchen Unternehmen aber vor allem eine starke Datengrundlage und ein klares Governance-Modell“, sagt Adam DeMattia, Senior Director of Research bei Omdia. „Wer seine Daten zusammenführt, ihre Qualität verbessert und KI verantwortungsvoll in die Praxis bringt, hat die besten Chancen, ROI und Beschäftigungswachstum dauerhaft zu sichern.“

Methodik
Der Bericht „The ROI of Gen AI and Agents“ beruht auf einer Befragung von 2.050 Führungskräften aus den Bereichen Wirtschaft und Technologie in zehn Ländern: Australien/Neuseeland, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den USA. Die Teilnehmenden haben Einfluss auf die künftigen KI-Investitionen ihrer Organisation.

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