Eine schlecht verwaltete Public Key Infrastructure (PKI) stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und ist ein beliebtes und leichtes Ziel für Cyberangreifer. Mangelnde Transparenz und Zentralisierung, die Verwendung von selbstsignierten Zertifikaten und andere Fehler im Umgang mit PKI führen zu anfälligen Technologie-Stacks und verursachen unnötige Kosten, einschließlich Umsatzverlusten aufgrund von Ausfällen.

Von Andreas Philipp, Business Development Manager, IoT bei Keyfactor.

Schwachstellen in der PKI-Verwaltung ermöglichen es Cyberkriminellen, Schlüssel zu Systemen empfindlichen Daten zu erlangen und sich unbemerkt im Netzwerk eines Unternehmens zu bewegen. Einige der zentralen Gefahren, die im Hinblick auf die Sicherheit der Infrastrukturen in modernen, vernetzten Organisationen beachtet werden müssen, sind:

  • Diebstahl privater Schlüssel: Ein besonders kritischer Punkt ist der Schutz privater Schlüssel, die zur Entschlüsselung von Informationen verwendet werden. Diese sollten sicher auf Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert und gemäß der Policy erneuert werden . Andernfalls können Angreifer Man-in-the-Middle-Angriffe durchführen, Schadsoftware signieren oder gefälschte Zertifikate ausstellen, was zu schwerwiegenden Sicherheitsverletzungen führen kann.

  • Verwendung veralteter Protokolle und schwacher Schlüssel: Auch der Einsatz veralteter Protokolle und schwacher Schlüssel erhöht das Risiko eines Vorfalls erheblich. Angreifer können schwache Schlüssel leichter knacken oder bekannte Schwachstellen in alten Protokollen ausnutzen. Unternehmen sollten ihre Infrastruktur regelmäßig auf veraltete Protokolle überprüfen und sicherstellen, dass sie moderne, sichere Algorithmen wie TLS 1.2 oder höher verwenden.

  • Schutz der Zertifizierungsstellen: Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Schutz der Zertifizierungsstellen (CA). Eine kompromittierte CA, insbesondere die Root CA, kann das gesamte Vertrauen innerhalb der PKI zerstören. Daher sollten CAs, die für den operativen direkten Betrieb nicht relevant sind, offline geschaltet werden. Root CAs sind immer offline und unter strenger Zugriffskontrolle zu halten.

Sichere IT-Infrastruktur durch robuste PKI
Eine gut verwaltete PKI ist für die Sicherheit und Integrität der IT-Infrastruktur einer Organisation von entscheidender Bedeutung. Durch die Implementierung einer robusten PKI können Unternehmen sicherstellen, dass ihre digitalen Kommunikationswege, Transaktionen und sensiblen Daten vor unbefugtem Zugriff und Manipulation geschützt sind.

Eine effektive PKI-Strategie ermöglicht es Unternehmen, Vertrauen in ihre digitalen Interaktionen zu etablieren, was besonders in Branchen wie dem Finanzwesen, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung von hoher Bedeutung ist. Darüber hinaus hilft eine gut gemanagte PKI, gesetzliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen, die in vielen Branchen zwingend vorgeschrieben sind.

Ein umfassendes PKI-Management umfasst regelmäßige Audits und Updates, die Sicherstellung der Integrität von Zertifikaten und Schlüsseln sowie die Implementierung von Best Practices zur Schlüsselsicherheit. Unternehmen sollten auch Schulungen und Sensibilisierungsprogramme für Mitarbeiter durchführen, um das Bewusstsein für die Bedeutung der PKI und die korrekte Handhabung kryptographischer Assets zu fördern.

Durch diese Maßnahmen können Organisationen nicht nur ihre Sicherheitslage verbessern, sondern auch ihre betriebliche Effizienz steigern, indem sie Ausfallzeiten minimieren und Vertrauen bei ihren Kunden und Partnern schaffen.

Fazit
PKI spielt eine zentrale Rolle in der Sicherheitsarchitektur moderner Unternehmen. Die kontinuierliche Überwachung und Verbesserung der PKI-Prozesse ist unerlässlich, um den wachsenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität standzuhalten. Eine sichere und gut verwaltete PKI bietet nicht nur Schutz vor aktuellen Gefahren, sondern stärkt auch die Widerstandsfähigkeit einer Organisation gegenüber zukünftigen Sicherheitsherausforderungen.

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